Eine gute Frage, wenn man neu zum Genre stößt und natürlich einen „unfairen“ Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben will. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile, aber schon einmal eins vorweg: alle haben Nachteile.

Kommt mit der Konsole: Das Pad

Der Controller, den wohl jeder schon einmal in der Hand hatte. Man hat die Wahl zwischen Steuerkreuz und Analogstick, wobei bei Fighting Games die meisten Spieler das Steuerkreuz präferieren.

Schnelles Ändern der Bewegungen sind durch die Nähe der Richtungseingaben möglich, dafür kann es bei den Knöpfen eng werden. Die meisten Modelle haben nur vier Knöpfe auf der Vorderseite, während Fighting Games wie Street Fighter standardmäßig sechs Knöpfe benötigen. Hier sind also die Schultertasten gefragt, also bei der Auswahl aufpassen, dass man kein Pad mit langen Wegen bei den Schultertriggern kauft.

Durch die schnellen Bewegungen auf dem Steuerkreuz können außerdem Blasen an den Fingern entstehen. Also aufgepasst wenn man mal wieder seine 12-Stunden-Session einlegt.

Der größte Vorteil ist der Formfaktor: So klein, es passt in jede Tasche und wiegt auch nicht viel.

Pro:

  • Jeder hatte schon einmal ein Pad in der Hand
  • Schnelle Richtungswechsel möglich
  • Kleinster Formfaktor, passt in jeden Rucksack

Neutral:

  • 3 Knöpfe gleichzeitig drücken ist schwer → Macros möglichweise notwendig
  • Je nach Modell teuer
  • Meist nur 4 Knöpfe auf der Vorderseite

Kontra:

  • Schwer zu reparieren
  • Große Veränderung von Konsolengeneration zu Konsolengeneration
  • Blasengefahr

Wie in der Spielhalle: Der Arcade Stick

Der Controller für alle, die ein besonderes Spielgefühl suchen oder einfach Spielhallennostalgie wollen. Hier ist alles wie in der Spielhalle: Sechs oder acht 30mm Knöpfe zum Spielen, 24mm Start- und Select-Knöfe und ein Steuerungshebel.

Die Knöpfe sind direkt nebeneinander angeordnet und somit einfach zu drücken. Dadurch dass man den Hebel mit der ganzen Hand bewegt, gibt es kein Risiko für Blasen an den Fingern. Perfekt für lange Sessions!

Wichtig ist bei Knöpfen und Hebel, dass ihr hier auf Markenware setzt. Sanwa Denshi Teile sind der Standard, beliebt sind aber auch Seimitsu oder HORI Teile. Sanwa wird auch in japanischen Spielhallen meist für Fighting Games verwendet, während Seimitsu eher für Shoot Em Ups benutzt werden.

Sollte doch mal ein Teil kaputt gehen, könnt ihr das Teil einfach entfernen und mit einem Ersatzteil austauschen. Stick auf, Kabel vom Knopf ab, Knopf raus, Kabel dran, Stick zu, fertig.

Nachteile des Sticks sind die höheren Investitionskosten für ein ordentliches Produkt, der Formfaktor, der den Transport schwieriger macht, und die längeren Wege des Steuerungshebels.

Außerdem muss man auf seine Lautstärke achten: Eure Mitbewohner mögen euch vielleicht nicht mehr wenn ihr um 23 Uhr noch auf die Tasten haut.

Pro:

  • Einfach mehrere Knöpfe gleichzeitig zu drücken
  • Einfach zu reparieren, halten dadurch EWIG
  • Mit eigenem Panel kann Anordnung von Stickeinheit und Knöpfen individualisiert werden
  • Buttons und Stickeinheit konsistenter im Widerstand als Padkomponenten
  • Besonderes Spielgefühl

Neutral:

Laut, so wie in der Spielhalle, wenn man keine gedämpften Buttons oder Stickeinheit benutzt, welche aber teuer sind

Kontra:

  • Weitere Wege mit der Stickeinheit, als mit anderen Eingabegeräten
  • Größer und schwerer als Pad und Tastatur
  • Gute Sticks haben ihren Preis (ca. 130€)

Arcade Stick 2.0?: Die Hitbox

„Eine Hitbox? Was soll denn das sein?“ fragst du dich wahrscheinlich gerade.

Eine Hitbox ist eigentlich das gleiche wie ein Arcade Stick, nur wird hier kein Steuerungshebel, sondern weitere vier Tasten für die Bewegungen benutzt.

Der Grund dafür ist, dass man dadurch die längeren Wege des Steuerungshebel eliminiert. Man kann also sagen, die Hitbox vereint die Stärken von Arcade Stick und Pad.

Dadurch, dass die Hitbox ein exotischer Controller ist, gibt es aktuell noch keine Serienprodukte in Europa. Ihr müsst also aus dem Ausland importieren oder selbst bauen. Für gängige Arcade Sticks gibt es dafür Plexiglasscheiben, um das Layout anzupassen.

Pro:

  • Einfach mehrere Knöpfe gleichzeitig zu drücken
  • Einfach zu reparieren, halten dadurch EWIG
  • Mit eigenem Panel kann Anordnung von Knöpfen individualisiert werden
  • Buttons konsistenter im Widerstand als Padkomponenten
  • Besonderes Spielgefühl

Neutral:

Laut, so wie in der Spielhalle, wenn man keine gedämpften Buttons benutzt, welche aber teuer sind

Kontra:

  • Größer und schwerer als Pad und Tastatur
  • Nicht einfach verfügbar und teuer

Für WASD-Götter: Die Tastatur

Das Standardeingabegerät auf dem PC und ähnlich wie die Hitbox, nur mit anderen Tasten. Dadurch hat die Tastatur die gleichen Vorteile wie die Hitbox, du musst aber auf den „Key Rollover“ achten, also wie viele Tasten gleichzeitig gedrückt werden können. Hier sollte es kein Limit geben, da in manchen Spielen 3 Knöpfe gleichzeitig für Super Moves gedrückt werden müssen.

Probleme gibt es dann wenn man auf der Konsole oder mit zwei Tastaturen an einem PC spielen will. Hier kann es passieren, dass auf dem PC beide Tastaturen als Spieler 1 registriert werden. Auf der Konsole benötigt man einen Adapter, damit die Tastatur funktioniert. Beim Adapter müsst ihr darauf achten, dass keine zusätzliche Verzögerung (Input Lag) hinzukommt.

Pro:

  • Einfach mehrere Knöpfe gleichzeitig zu drücken
  • Mechanische Tastaturen einfach zu reparieren, halten dadurch EWIG
  • Handlicher Formfaktor

Neutral:

  • Möglicherweise laut, je nach Tastaturtyp
  • Man muss lernen mit der Tastatur auf dem Schoß zu spielen

Kontra:

  • Braucht einen Adapter für die Konsole, der zu zusätzlicher Verzögerung führen kann
  • Kann zu Problemen führen, wenn zwei Tastaturen an einen PC angeschlossen werden müssen

Fazit: Du hast es in der Handlicher

Wie gesagt, es gibt keinen perfekten Controller für alle. Hitbox und Tastatur sind gut für Leute, die keine Probleme mit der Koordination von sieben oder mehr Fingern gleichzeitig haben.

Pad und Arcade Stick sind einfacher zu verwenden, aber auch Arcade Sticks brauchen eine Eingewöhnungszeit.

Am Ende musst du abwägen was dir am wichtigsten ist: Formfaktor? Spielgefühl? Reparierbarkeit?

Wenn du erst einmal Fighting Games nur testen willst, ist es nicht verkehrt mit dem Pad oder der Tastatur anzufangen. Arcade Sticks kannst du bei Offlineturnieren oder Treffen ausprobieren und schauen ob dir das Gefühl gefällt.

Wenn du dich am Ende für Arcade Stick oder Hitbox entscheidest, schau am besten auf Ebay-Kleinanzeigen nach gebrauchten Geräten um einen günstigen Einstieg zu kriegen. Wie vorher erwähnt halten die Geräte ewig und nur selten müssen Knöpfe oder Steuerungshebel getauscht werden.

Von Jan Openkowski

Jan verfolgt seit 2005 den weltweiten E-Sport aktiv und ist mit StarCraft: Broodwar zu seinem ersten E-Sportspiel gekommen. Seit 2006 spielt er aktiv Fighting Games und war als Repräsentant für Europa bei der Neo Geo World Tour 2 in 2019 dabei. In 2010 hat er angefangen Turniere, Messestände und Release-Events zu organisieren. Als Initiator von 2BCU kümmert er sich um alles Organisatorische.

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